404 - Morals not found: Wem nützt digitale Verantwortung?

Eindrücke der IDVtrustTALKS@IPAI am 29. Februar 2024 im IPAI, Heilbronn.

Ferdinand Ferroli

3/4/2024

HEILBRONN, 3. März 2024 - Am 29. Februar 2024 stand bei einer von Identity Valley veranstalteten Diskussion im Heilbronner Innovationspark IPAI das Thema "Verantwortungsvolle Technologien" im Mittelpunkt. Der IPAI entwickelt sich zu einem zentralen Knotenpunkt in Europa für dieses herausfordernde Thema, wobei die meisten das gleiche Ziel vor Augen haben, jedoch der Weg dorthin wird häufig kontrovers diskutiert. Es stellt sich also die Frage, ob, ob eine stärkere Regulierung der Schlüssel zur Förderung des Vertrauens in KI-Technologien ist.

Jutta Juliane Meier, Gründerin von Identity Valley, betonte die Notwendigkeit von sowohl freiwilligen als auch regulatorischen Rahmenbedingungen, um Europas Haltung gegenüber aufkommenden digitalen Technologien zu definieren. Dabei unterscheidet sich Europa klar von unregulierten Praktiken in den USA und der strengen staatlichen Kontrolle in China. Ziel ist es, die menschliche Würde in den Mittelpunkt des KI-Narrativs zu stellen und sicherzustellen, dass technologische Fortschritte das gesellschaftliche Wohlergehen fördern und nicht beeinträchtigen.

Andreas Weiss, Geschäftsführer der Eco Association, präsentierte eine kritische Perspektive auf die Regulierung. Er wies auf die Fallstricke der Datenschutz-Grundverordnung hin, bei der sich der beabsichtigte Schutz der Nutzer:innen teilweise in ein Ärgernis verwandelte und unbeabsichtigt das Gegenteil des Ziels erreicht wurde. Dies sollte für die KI-Regulierung eine „Lesson learned“ sein und verdeutlicht, wie wichtig es ist, ein Gleichgewicht zwischen Aufsicht und inhärenter Dynamik des Internet- und Technologiesektors herzustellen.

Stephan Ilaender von STACKIT veranschaulichte, wie digitale Innovation, einschließlich KI, neben Produktion, Handel und Entsorgung zu einer strategischen Säule wird, um Abhängigkeiten zu verringern und die Wertschöpfung voranzutreiben. Dies verdeutlicht die doppelte Herausforderung, KI für wirtschaftliches Wachstum zu nutzen und gleichzeitig ethische Überlegungen und geistige Eigentumsrechte zu berücksichtigen.

Ferdinand Ferroli von Identity Valley und Andrea Martin, Topmanagerin bei IBM und neu ernanntes Mitglied des Wissenschaftsrats der Bundesregierung, sahen in der Zertifizierung eine Chance für verantwortungsbewusste Unternehmen, sich durch Rankings und Gütesiegel einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen.

Die Veranstaltung beleuchtete nicht nur die vielfältigen Herausforderungen bei der Entwicklung vertrauenswürdiger KI, sondern zeigte auch die Vorreiterrolle von Identity Valley bei der Entwicklung eines Ansatzes zur Messung digitalen Vertrauens, die Regulierung und Innovation in Einklang bringt. Diese Diskussionen sind ein wichtiger Schritt zur Förderung eines digitalen Ökosystems, in dem Vertrauen, Ethik und Nachhaltigkeit im Mittelpunkt der KI-Entwicklung stehen und weisen den Weg in die Zukunft für Europa und darüber hinaus.